Du fasst eine Regel erst an, wenn du weißt, wer sie aufgestellt hat und warum. Das ist keine Attitüde, das ist dein Betriebssystem. Und es ist der Grund, warum bei dir Leute landen, denen woanders schon dreimal gesagt wurde, sie sollen sich mal zusammenreißen.
Sie kommen, weil du aussprichst, was sie sich selbst noch nicht erlauben. Das ist eine sehr spezielle Anziehungskraft, und sie funktioniert nur in eine Richtung: Je klarer du bist, desto mehr davon. Je vorsichtiger du wirst, desto weniger.
Das ist auch der Grund, warum dir generische Marketing-Ratschläge immer ein bisschen die Luft abdrehen. „Sprich deine Zielgruppe da ab, wo sie steht.“ „Bleib professionell.“ „Nimm die Kante raus, das schreckt ab.“ Ja. Es schreckt ab. Das ist die Funktion.
Deine Marke hat kein Sichtbarkeitsproblem. Sie hat ein Lautstärkeproblem, und zwar nach unten gedreht.
Wahrscheinlich hältst du mindestens drei davon für selbstverständlich. Genau das ist das Problem: Was du für selbstverständlich hältst, schreibst du nicht auf deine Website.
Du erkennst eine überholte Regel schneller, als andere sie verteidigen können. In Branchen, in denen alle dasselbe machen, ist das eine Superkraft.
Widerspruch bringt dich nicht aus dem Konzept. Die meisten Menschen ändern ihre Meinung, sobald es ungemütlich wird. Du nicht.
Du hast ein Gespür für die Sache, die im Raum steht und die keiner ausspricht. Wenn du sie aussprichst, atmen alle auf.
Wo andere nach dem dritten Rückschlag aufhören, bist du noch nicht mal warm. Das ist der Grund, warum es dich überhaupt noch gibt.
Standardlösungen langweilen dich so sehr, dass du dir lieber eine eigene baust. Meistens ist sie besser.
Eben. Das ist keine Bescheidenheit. Das ist die teuerste Angewohnheit, die du hast.
Kein Grund, sich schlecht zu fühlen. Jede dieser drei Baustellen ist die Rückseite von einer deiner Stärken. Du kriegst sie nicht weg, du kannst sie nur bemerken.
Jemanden zu fragen fühlt sich an wie ein halber Rückzieher. Also machst du weiter, allein, auch bei Dingen, die dich nichts angehen sollten. Irgendwann sitzt du nachts an einer Sache, die jemand anders in zwanzig Minuten gelöst hätte.
Die Drehung: Du brauchst keine Hilfe. Du brauchst Leute, die dasselbe wollen. Das ist ein Unterschied, und der zweite fühlt sich nicht nach Aufgeben an.
Platz schaffen kannst du. Aber wenn drei Ideen gleichzeitig auf dem Tisch liegen und keine fertig wird, war das Einreißen der einfachere Teil. Deine Marke sieht dann von außen aus wie jemand, der ständig etwas Neues anfängt.
Die Drehung: Eine Sache zu Ende bringen ist auch eine Form von Rebellion. In einer Branche, in der alle alles gleichzeitig machen, ist Fertigwerden das Auffälligste, was du tun kannst.
Dein Ärger über die Verhältnisse ist berechtigt und er ist Treibstoff. Aber es gibt einen Punkt, an dem der Text nicht mehr für deine Leute geschrieben ist, er ist gegen jemanden geschrieben. Dann nicken nur noch die, die ohnehin schon nicken.
Die Drehung: Wut zeigt, wogegen du bist. Humor zeigt, dass du gewinnen wirst. Das Zweite überzeugt Leute, die noch unentschieden sind.
Jeder Archetyp mischt sich anders. Deiner ist der, bei dem Leute im Raum kurz aufhorchen, weil jemand endlich sagt, was Sache ist.
Das ist deine Mischung. Und jetzt der unangenehme Teil: Eine Mischung ist noch kein Satz. Wenn dich jemand fragt, was du machst, hilft dir das oben genau gar nicht.
Was dir hilft, ist ein Satz, den du auch dann noch aushältst, wenn jemand nachfragt. Das machen wir im Clarity Cocktail, zwei Stunden live, am Ende steht dein Satz.
Nichts davon braucht ein Rebranding, ein neues Logo oder einen freien Nachmittag. Alle drei gehen mit dem, was du schon hast.
Nimm deinen letzten Post oder deine letzte Mail. Such den Satz, in dem du eine unbequeme Aussage weich verpackt hast. Schreib ihn so, wie du ihn einer Freundin am Telefon sagen würdest.
Nimm eine der fünf von oben, die auf deiner Website nicht vorkommt. Ein Satz, erste Person, kein Fachwort. Der gehört nach oben, nicht ins Impressum.
Erzähl eine Sache, die du versucht hast und die nicht geklappt hat. Ohne Lehre am Ende. Die Leute, die dich dafür weniger mögen, waren nie deine.
Ein Archetyp sagt dir, wie du tickst. Er sagt dir nicht, wie deine Marke klingt, aussieht und sich anfühlt. Dafür arbeiten wir nicht am Kopf, wir arbeiten am Körper. Wir nennen das Somatic Branding, und der Einstieg dauert fünf Tage.
Fünf Sinne, fünf Tage, sieben Minuten am Tag
Du kennst jemanden, bei dem du sofort weißt, welcher Typ da rauskommt? Schick ihr das Quiz. Und wenn du das hier lieber auf Papier hättest: Einfach drucken, die Seite ist dafür vorbereitet.